Als ich mich darauf vorbereitete, die finale Phase von Hannes am Herd zu fotografieren – einem renommierten vegetarischen Restaurant in Telgte – war das Ziel, das anspruchvolle Ökosystem des Gastgewerbes zu dokumentieren, in dem Hannes sich bewegte.

Die Stille

Die erste Phase der Aufnahmen konzentrierte sich auf die stillen Momente, die der operativen Entropie vorausgehen. Hannes am Tisch mit seinem Reservierungsbuch – eine Szene, die das administrative Gewicht des Gastgewerbes repräsentiert. Während das Bild entspannt wirkt, spürt man doch den Druck der komplexen logistische und mentalen Vorbereitung im Hintergrund, die das unsichtbare Fundament eines funktionierenden Restaurants bildet. In einer weiteren Aufnahme lehnt er in seiner sonnendurchfluteten Tür mit einem Glas Wein. ein seltener Moment der Ruhe findet, bevor die Serviceturbulenzen beginnen.

Die Küchenperspektive

Am zweiten Tag bestand die technische Herausforderung darin, die internen Abläufe der Küche einzufangen, ohne die schnellen, eingespielten Arbeitsabläufe zu stören. Um die spezifische Choreografie mehrerer Körper in einer immer etwas zu engen Restaurantküche zu dokumentieren, befestigte ich die Kamera in einer Ecke unter der Decke und arbeitete mit Fernbedienung.

Das Lichtbestand aus einem Fill-Flash unter der Kamera und zwei Speedlights an den entfernten Enden der L-förmigen Küche. Dieser Aufbau war minimal und leuchtete den ganzen Raum aus, ohne dass der Kontrast darunter litt. Während der Abendschicht fotografierte ich so ohne hinzusehen die Realität der Schicht: den Fluss beim Anrichten, das harmonische Multitasking von Hannes und seinen zwei Köchen sowie die emotionale Synchronizität des Familienteams im Service. Wie angemeldet fiel der Drucker für die Bestellungen in der Küche genau zum Zeitpunkt der maximalen Auslastung aus und stellte die Resilienz des Systems auf die Probe.

A Personal Postscript

Meine Verbindung zu Hannes am Herd ist auch eine sehr persönliche: Anfang 2024, während ich unseren Umzug von Siegen nach Telgte vorbereitete, verbrachte ich anstrengende Tage und unwirtliche Nächte in der staubigen Umgebung einer Haussanierung, bei der ich von der Elektroinstallation bis zum Herausreißen von Böden viel eigene Arbeit investierte. Inmitten des Schmutzes und der Isolation einer Baustelle in einer neuen Stadt fand ich bei Hannes am Herd eine einladende Atmosphäre. Es war mehr als nur ein Ort für Burger – obwohl diese in der Tat meisterhaft waren –; es war ein freundlicher Zufluchtsort, der meiner Familie und mir das Ankommen erleichterte, wofür ich sehr dankbar bin.