Fotografie ist – ähnlich wie die Wissenschaft – oft die Suche nach dem exakten Moment, in dem alle Variablen harmonieren. Während eines kürzlich stattgefundenen Canon Germany Masterclass unter der Leitung des Fotografen und Canon-Ambassadors Sascha Hüttenhain hatte ich das Privileg, Daria Stratovych in „The Sixty“ zu dokumentieren – einer Pop-up-Galerie des Fotokünstlers und Kulturunternehmers Wolfgang W. Sohn. Während der technische Rahmen durch Saschas Expertise vorgegeben war, lag die Seele der Session in Darias Bewegung. Mit ihrem Hintergrund von der Nationaloper der Ukraine bis hin zu ihrem aktuellen Studium der Psychotherapie brachte Daria eine Disziplin in den Raum, die einfache Studio-Setups in eine Studie der Intentionalität verwandelte.
Kollaboration durch Bewegung
Die Arbeit mit einem Profi von Darias Kaliber ist eine Lektion in Kommunikation. Es war bemerkenswert zu beobachten, wie sie Konzepte unmittelbar in präzise physische Formen übersetzte – ob stabilisiert durch einen Barhocker oder in Interaktion mit der Strömungsdynamik eines Seidentuchs. Bei Letzterem experimentierte ich mit Doppelbelichtungen, um die vielschichtige Natur ihrer Bewegung einzufangen. Als die Session endete und das Team mit dem Abbau begann, bemerkte ich eine letzte, einzigartige Perspektive in den Spiegeln der Galerie. Ich bat Wolfgang, für einen Moment in das Bild zu treten, um die Aufnahme zu verankern – ein spontaner Moment, aus dem das Porträt von Wolfgang W. Sohn entstand, das ich in meinem letzten Beitrag beschrieben habe. Beide Begegnungen waren eine Erinnerung daran, dass das menschliche Element die entscheidende Komponente bleibt, ungeachtet dessen, wie technisch das Umfeld auch sein mag.