Um das passive Radarsystem Hitchhiker II am ZESS in seiner natürlichen Umgebung zu dokumentieren, mussten wir die GPS-Einheit und die zentrale Empfängerbox, die von den Wissenschaftlern liebevoll „die Bundeslade“ genannt wird (meine Vermutung ist aufgrund ihres beträchtlichen Gewichts), auf das Dach schaffen. Jenseits der körperlichen Anstrengung erforderte diese besondere Form der Teambuilding-Maßnahme den Einsatz von Laboringenieur Arne Stadermann, einer Klappleiter, eines improvisierten Flaschenzugs sowie eine erhebliche nervliche Belastung meinerseits, denn Dr. Holger Nies – Leiter des Radarlabors am ZESS und verantwortlicher Wissenschaftler – erwähnte beiläufig, dass bereits ein einzelnes Modul der Bundeslade einer sechsstelligen Investition entsprach.

Die Umgebungsvariablen erzwangen zusätzlich ein hohes Tempo. Obwohl wir die Aufnahmen unter einem Himmel mit fesselnder Textur begannen, verwandelte die sich bildende Wolkendecke die Kulisse zusehends in ein stumpfes, gleichförmiges Grau. Zudem hatte ich einen sehr großen Diffusor samt Stütze aufgebaut, eine Idee, deren Sinnhaftigkeit sich umgekehrt proportional zur zunehmenden Windgeschwindigkeit verhielt, zumal meine “Stütze” Holger war. Es liegt dann eine stille Genugtuung in diesen Momenten gemeinsamer Anstrengung – insbesondere dann, wenn alle samt Ausrüstung wieder sicher im Gebäude und die beabsichtigten Aufnahmen gemacht sind.
Technischer Hintergrund
Das 2009 am ZESS ins Leben gerufene HITCHHIKER-Projekt dient als hochauflösendes Empfängersystem für bistatische Experimente, die das deutsche TerraSAR-X-System als Illuminator nutzen. Seit seinen Anfängen hat sich das System von einem stationären Empfänger zu einem voll funktionsfähigen aktiven bi- oder monostatischen Radarsensor entwickelt. Diese modulare Architektur ermöglicht die Erfassung hochauflösender digitaler Geländemodelle (DEMs) und bietet eine erhebliche Flexibilität bei der Konfiguration bistatischer Szenarien.
Diese Bilder dokumentieren den Aufbau des passiven Radars HITCHHIKER II der Radarlabore des Zentrums für Sensorsysteme (ZESS) an der Universität Siegen. Umfassende Details zum Forschungsprojekt – einschließlich technischer Spezifikationen, wissenschaftlicher Publikationen und Kontaktinformationen der Forschungsgruppe um Dr. Holger Nies am Lehrstuhl für Computational Sensorics/Nachrichtentechnik von Prof. Ivo Ihrke – finden Sie in der HITCHHIKER-Projektübersicht oder auf der dedizierten HITCHHIKER-Website.